Migration und Gemeindepschiatrie

"Sozialpsychiatrische Kompetenzzentren Migration (SPKoM)", von denen es im Rheinland fünf gibt, haben das Ziel, die Teilhabe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte an den gemeindepsychiatrischen Hilfen zu erleichtern. Dies wird durch interkulturelle Qualifikation der sozialpsychiatrischen Einrichtungen und durch Beratung für MigrantInnen erreicht.

Psychische Erkrankung und Migration

Ansprechpartnerin Ulla Karadeniz
Kontakt: Ulla Karadeniz

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind ebenso häufig von psychischer Erkrankung betroffen, wie die übrige Bevölkerung. Unter Umständen haben sie sogar ein größeres Risiko psychisch zu erkranken, da Migration oft mit belastenden und traumatisierenden Ereignissen verbunden ist.
Trotzdem werden die gemeindenahen Unterstützungsangebote für psychisch Kranke von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte weniger in Anspruch genommen. Die Gründe dafür liegen nicht allein in mangelnden Sprachkenntnissen. Informationen über das vorhandene differenzierte Hilfesystem erreichen die Migrantinnen und Migranten oft nicht, Vorbehalte und Ängste können die Annahme von Hilfen verhindern.
Die sozialpsychiatrischen Versorgungseinrichtungen sind bisher in ihrer Mehrzahl auf Menschen ausgerichtet, die Deutsch sprechen und der deutschen Kultur entstammen. Sie halten keine spezifischen, auf die Herkunftskulturen von Migrantinnen und Migranten abgestimmten Konzepte vor.

Interkulturelle Beratung sozialpsychiatrischer Einrichtungen

Auch in Westfalen-Lippe benötigen wir Kompetenzzentren, die

  • durch Thematisieren der Probleme psychisch kranker Menschen mit Zuwanderungsgeschichte die gemeindepsychiatrischen Einrichtungen sensibilisieren
  • durch fachliche Beratung die interkultureller Öffnung von Regel­angebote der gemeindepsychiatrischen Versorgung begleiten
  • durch Information und Fortbildung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechender Einrichtungen für die kultursensible Kommunikation mit psychisch erkrankten Migrantinnen und Migranten qualifizieren
  • durch Anregung, Förderung und Begleitung die Zusammenarbeit dieser Einrichtungen mit kulturellen und religiösen Organisationen unterschiedlicher Migrantengruppen fördern

Wegweiser zu Hilfen für Zugewanderte mit psychischer Erkrankung

Darüber hinaus sollten diese Kompetenzzentren

  • durch deutsch- und muttersprachliche Veranstaltungen für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte über psychische Erkrankungen und das System der gemeindenahen Versorgung die Angebote bekannt machen; >hier Beratungsstellen für MigrantInnen

Wir bedanken uns bei der >Aktion Mensch, die unser Projekt von November 2011 bis Oktober 2014 großzügig unterstützt hat.